Eine Gruppe Kinder sitzt auf der Couch und liest mit einer Frau ein Buch

Ausgezeichnete Projekte

Sie wollen sich einen Eindruck von preiswürdigen Leistungen verschaffen? Hier finden Sie auszugsweise Gewinner*innen der Kategorien aus dem Jahr 2026. Als Inspiration, als Vorlage, als Ansporn.

Kita Mandala, Magdeburg 

In der Kita Mandala aus Magdeburg werden Buch und Lesen zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Alltags. Bücher und Vorlesegelegenheiten finden die Kinder von der Kinderbibliothek über die sogenannte „Gute Stube“ bis hin zu der auf dem Hof und im Garten gelegenen Veranda und Lounge. Dank der Begegnung mit Büchern und den Umgang mit ihnen lernen die über 90 betreuten Kinder den Wert von Büchern kennen und entwickeln die Vorfreude, sie selbst lesen zu können. Dies gilt über alle Bildungshintergründe und Migrationsgeschichten der Kinder hinweg. Denn in der Kita Mandala wird in einem mehrsprachigen Netzwerk aus Team, Praktikanten, Freiwilligen und Eltern der tägliche Umgang mit Literatur nicht nur zum Gradmesser für eine kindgerechte Literacy-Entwicklung, sondern auch für eine wertebasierte Erziehung, die auf Respekt und Gemeinsinn basiert. 

 

Dies findet vernetzt im Sozialraum statt. Starke Partnerschaften unter anderem mit Literaturhaus, Volkshochschule und Freiwilligenagentur erlauben die Entfaltung der Kinder: Sie bestimmen selbst, welche Bücher angeschafft werden, erzählen, drehen Filme und und und. Die konsequente Einbindung der Familien und die fachliche Weiterqualifizierung des Teams zeigen Professionalität und Engagement, die über die bloße Pflichterfüllung weit hinausgehen.

Grundschule Erlangen-Tennenlohe

Woran liegt es? An der Leseratte Ratzeline von Rattich, dem Schulmaskottchen? Oder an dem eigenen Schulradio? Oder den digitalen Leseförderangeboten, der Lernwerkstatt Deutsch, der Begabtenförderung oder der besonderen Berücksichtigung von Kindern aus dem Autismusspektrum? Zum Glück muss man sich nicht entscheiden, sondern kann sein Glück kaum fassen, wenn man sich ansieht, wie breit gefächert die Grundschule Erlangen-Tennenlohe Leseförderung betreibt.

 

Für alle verbindlich und fächerübergreifend angelegt, beinhaltet das Förderkonzept das Selberlesen, Zuhören und den Einsatz digitaler Bildungsangebote: Podcasts, Frontread, Lesepässe, Tandem‑Stunden, Vorlesepausen von Großen für Kleine, ehrenamtliche Lernengel und Lesepaten – all diese Maßnahmen und noch manche mehr knüpfen ein dichtes Netz, das von benachteiligten bis begabten allen Kindern dient. Die hohe Ausleihfrequenz der Schulbücherei, überdurchschnittliche Vergleichsarbeiten und in der Fachliteratur publizierte Beispiele guter Praxis aus dem Kollegium belegen die Wirkung, das noch dazu von der Zusammenarbeit mit externen Partnern profitiert. Falls all das doch allein der Leseratte Ratzeline von Rattich zu verdanken sein sollte, wünschen wir ab sofort jeder Schule ein Maskottchen aus ihrer Familie. 

"Lesekinder Görlitz" 

Wie erreicht man Kinder im ländlichen Raum? Die „Lesekinder Görlitz“ geben seit 2009 eine überzeugende Antwort: Rund 70 Lesepatinnen und Lesepaten besuchen regelmäßig 63 Kitas und 11 Grundschulen, organisieren jährlich hunderte Vorlesestunden, Sonderaktionen mit Fahrbibliothek, Autorenbegegnungen oder Theaterbesuche und bringen Kinder mit dem Projektbus in die Bibliothek, wo die Wege lang sind. Getragen von der Christian Weise Bibliothek, vernetzt mit der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft mbH, Volkshochschule, Landesstelle für nachbarsprachige Bildung und der Fahrbibliothek des Landkreises, ist das Angebot fest in der Region verankert und erfolgreich verstetigt. Die Zahlen belegen die Nachhaltigkeit, die Praxis zeigt Nähe und Verlässlichkeit. Vorbildlich ist die koordinierte Ehrenamtsstruktur, die Bibliothekskompetenz in die Fläche trägt und Lesefreude dort ermöglicht, wo Zugänge fehlen. 

 

Diese langjährige, robuste und übertragbare Infrastruktur der Zuwendung macht das Projekt zu einem Modell gelingender Leseförderung in strukturschwachen Regionen. Damit zeigt Görlitz, wie Ehrenamt und professionelle Koordination zusammenwirken können, um Leseförderung nachhaltig in die Fläche zu tragen.

"Weil Bücher stark machen: Leseförderung für Kinder in der Krawatte" 

Eine ehemalige Krawattenfabrik macht Lina Lee zur Bühne gelebter Leseförderung – interkulturell, inklusiv und traumasensibel. 150 Kinder im Grundschulalter, häufig mit Flucht- oder Armutserfahrungen kommen in dem von ihr koordinierten Leseclub „Gemeinsam stark – Kinder mit Büchern fördern“ wöchentlich zusammen. Lesen, Erleben und Gemeinschaft sind drei Säulen, auf denen Lina Lees Engagement zur Stärkung der Bildungschancen der Kinder basiert. Sie setzt auf kreative Methoden, den Einsatz von Lesepaten und eine von ihr entwickelte „Bilderbuchapotheke“, die Geschichten als Türöffner für Gefühle und Gespräche nutzt. Niedrigschwellig bindet sie Familien ein, schult Ehrenamtliche und schafft verlässliche Routinen, in denen Sprachverstehen wächst und Vertrauen entsteht.

 

Vorbildlich ist, wie Leseförderung hier soziale Arbeit, Bildung und Ehrenamt verbindet. Gerade in sozial herausfordernden Lagen setzt dieses Angebot Maßstäbe: Es stärkt Resilienz und macht den Leseclub zu einem sicheren Ort, an dem Sprache, Spiel und Zugehörigkeit zusammenfinden. Lina Lee ist Antrieb und Inspiration des vielfältigen Angebots. Ihr Einsatz verdient den Deutschen Lesepreis, weil sie Kindern Zuversicht gibt und Lesen als gemeinschaftsstiftende Praxis verankert.  

"Mias Leseecke - Der Podcast über Kinderbücher

 Hier spricht die Zielgruppe selbst: Die achtjährige Mia empfiehlt Bücher, liest Lieblingsstellen vor, interviewt Autorinnen und Autoren und erzählt, was in einem Buch für sie ganz persönlich wichtig ist – und für ihre Community noch wichtig werden kann. Mias Lesevergnügen findet nämlich nicht allein bei ihr zu Hause statt. Mit ihrem Podcast „Mias Leseecke“ und auf Instagram stellt sie die Bücher auch anderen Kindern vor und wirkt damit als Lesevorbild in ihrer Peergroup. Als Gleichaltrige verfügt sie über eine Authentizität, die Erwachsene nicht bieten können. Gleichzeitig hören Eltern und pädagogische Fachkräfte ebenfalls gerne zu, um die Interessen und Bedürfnisse der Kinder kennenzulernen. 

 

Mias Leseecke ist Leseförderung von Kindern für Kinder. Regelmäßig produziert und überall abrufbar, wächst die Reichweite, das Feedback ist persönlich, die Begeisterung springt über. Digitale Medien sind für die meisten Kinder heute selbstverständlicher Teil des Alltags. Richtig und verantwortungsvoll genutzt, können sie tolle Leseverführer sein.

Ihr Projekt? 

Sie finden: Ihr Projekt passt perfekt in die Reihe oder zeigt noch neue Ansätze? Super! Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.