Foto: Lesende Jugendliche

Neuigkeiten

Wie viele Initiativen haben sich beworben? Wer wurde nominiert, wer ausgezeichnet? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen hier.

Ausschreibung: Deutscher Lesepreis 2018

Auszeichnung für Leseförderprojekte erstmalig in sechs Kategorien / Drei neue Stifter unterstützen den Preis / Preisgeld wird erhöht auf 25.000 Euro


Frankfurt/Mainz, 9. April 2018. Ab sofort startet die Bewerbungsphase für den Deutschen Lesepreis 2018. Alle Personen und Einrichtungen, die sich für die Leseförderung stark machen, sind eingeladen, ihre Projekte unter www.deutscher-lesepreis.de einzureichen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2018. Der Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung. Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal in sechs Kategorien verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Neben den langjährigen Partnern FRÖBEL e. V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und der Arnulf Betzold GmbH sind als neue Unterstützer mit dabei: Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versand-buchhandel e.V., MELO Group GmbH & Co. KG und Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften.

Die Kategorien im Überblick

„Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung“
Gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, werden in dieser Kategorie Einzelpersonen ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Dies kann ein aktiver Einsatz als ehrenamtlich Engagierter ebenso sein wie die Initiierung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung der Lesefreude und der Lesekompetenz für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Die Realisierung muss 2016, 2017 erfolgt oder noch jüngeren Datums sein. Preisgeld: 4.500 Euro.

„Herausragendes kommunales Engagement“
Gestiftet von der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandbuchhandel e.V., zeichnet diese Preiskategorie Organisationen wie Kindertagesstätten, Bibliotheken, Vereine, Unternehmen, Universitäten und kommunale Träger aus, die sich für die lokale Leseförderung verdient machen. Besonders berücksichtigt werden Projekte, die in Kooperation zwischen unterschiedlichen Institutionen erdacht und realisiert wurden. Preisgeld: 4.500 Euro.

„Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas“
Gestiftet von Fröbel e.V., werden in dieser Kategorie Kindertagesstätten geehrt, die der Vermittlung von Freude an Geschichten und dem Interesse am Lesenlernenwollen Raum geben. Dazu zählen die Ausstattung der Kitas mit Vorlesematerial und -orten, der alltägliche Umgang mit Geschichten, dialogische Vorleseangebote sowie der Austausch der pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern und ihren Eltern. Preisgeld: 4.500 €.

„Herausragende Leseförderung an Schulen“
Gestiftet von der Arnulf Betzold GmbH, wird in dieser Kategorie schulisches Engagement zur Förderung von Lesefreude und -kompetenz prämiert. Fächerübergreifende Projekte im und außerhalb des Unterrichts, die Einrichtung eigener Leseräume sowie die Kooperation mit Eltern und außerschulischen Akteuren stehen dabei im Mittelpunkt. Preisgeld: 4.500 €.

„Herausragende Leseförderung mit digitalen Medien“
Gestiftet von der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften, werden in dieser Kategorie Einzelpersonen, Bildungseinrichtungen und Institutionen ausgezeichnet, die die Stärken digitaler Medien und ihren Einfluss auf das Leseverhalten und die Aneignung von Information nutzen, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (neue) Zugänge zum Lesen zu eröffnen. Digitale Leseförderangebote können Apps und unterschiedliche Lesegeräte (Smartphone, Tablet, Computer) einbeziehen und eigenständig oder betreut genutzt werden. Preisgeld: 4.500 €.

„Der Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung”
Erstmals in diesem Jahr vergibt die Commerzbank-Stiftung den Sonderpreis “Prominentes Engagement“ im Bereich der Leseförderung. Ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die durch ihre Popularität zeigt, was Lesen für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt bedeutet. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro geht an eine von der Preisträgerin oder dem Preisträger bestimmte Partnereinrichtung, die sich durch vorbildhaften Einsatz für die Leseförderung auszeichnet. Bewerbungen in dieser Kategorie sind nicht möglich. Die Auswahl treffen die beiden Initiatoren des Lesepreises gemeinsam mit Experten.

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis
Lesekompetenz ist die entscheidende Grundlage für den Bildungserfolg und den weiteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Allerdings zeigen PISA- und IGLU-Studien sowie OECD-Berichte für die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland seit Jahren große Defizite auf: 18,9% der Grundschulkinder und 16,2 % der 15-Jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind rund 7,5 Millionen Erwachsene hierzulande laut LEO-Studie 2011 funktionale Analphabeten. Für eine funktionierende Gesellschaft bedarf es jedoch der Lesekompetenz all ihrer Mitglieder. Daher ist Leseförderung unabdingbar: überregional ebenso wie vor Ort. Flächendeckend lässt sich dies jedoch nur mit einem breiten gesellschaftlichen und individuellen Engagement umsetzen.

Um entsprechenden Einsatz zu stärken und zu würdigen, verleihen die Initiatoren seit 2013 jährlich den Deutschen Lesepreis: Für Menschen, die sich nachhaltig der Leseförderung über alle Zielgruppen hinweg verschreiben.

Die festliche Preisverleihung des Deutschen Lesepreis 2018 findet am 21. November im Berliner Humboldt Carré statt. Einen Rückblick auf die letztjährigen Gewinner finden Sie hier: http://www.deutscher-lesepreis.de/der-deutsche-lesepreis/aktuelle-preistraeger/

Deutscher Lesepreis 2017: Zehn herausragende Projekte gewürdigt

Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung vergeben zum fünften Mal die mit insgesamt 19.500 € dotierte Auszeichnung für innovatives, individuelles, kommunales und schulisches Engagement in der Leseförderung


Berlin, 10. November 2017. Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben gestern Abend im Berliner Humboldt Carré zehn Projekte mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Der Preis wird unterstützt von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Arnulf Betzold GmbH sowie der Commerzbank-Stiftung und steht unter der Schirmherrschaft von Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien. Er wurde in vier Kategorien vergeben: Ideen für morgen, Herausragendes individuelles Engagement, Herausragendes kommunales Engagement und Herausragende Leseförderung an Schulen.

Die Preisträger sind:

Ideen für morgen | Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung

  • Maria Rauschenberger: Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung (Oldenburg/ Barcelona)
    Mithilfe von musikalischen und visuellen Elementen in einer App werden Lese-/Rechtschreibstörungen vor dem Schuleintritt erkannt, um Leidensdruck und Frustration zu vermeiden. Für weitere Informationen bitte hier klicken

Herausragendes individuelles Engagement | Gestiftet von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur

  • 1. Platz | Christine Dietzinger: Lese- und Theaterclub Turmgeflüster (Adelshofen)
    Wöchentlicher Treffpunkt für Kinder ab 12 Jahren, um Literatur u.a. in Theaterworkshops und auf Bildungsfahrten interkulturell kennenzulernen. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 2. Platz | Ulf-Andre Thur: Bibliothek der Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg (Berlin)
    Engagiert geführte und täglich zugängliche Bibliothek für straffällig gewordene Jugendliche mit vielfältigem Veranstaltungsprogramm und pädagogischem Anspruch. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 3. Platz | Prof. Dr. Ina Brendel-Perpina: Leseclubs in Theorie und Praxis (Bamberg)
    Begleitung von Leseclubs in Form von Ausbildung studentischer Betreuer/innen, Gründung neuer Leseclubs sowie wissenschaftlicher Evaluation von deren Wirksamkeit. Für weitere Informationen bitte hier klicken

Herausragendes kommunales Engagement | Gestiftet von FRÖBEL e.V.

  • 1. Platz | Medien- und Informationszentrum Stadtbücherei Biberach: Leseförderung im Netzwerk Lesen
    Flächendeckende Förderung der Lese- und Medienkompetenz durch Vernetzung der Stadtbücherei mit allen kommunalen Bildungseinrichtungen. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 2. Platz | Fanprojekt Dresden e. V.: Leseclub im Stadion
    Leseclub in den Räumlichkeiten des Stadions, um über das Thema Fußball auch leseferne Kinder für Bücher und Medien zu begeistern. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 3. Platz | Stadt- und Landesbibliothek Potsdam/Bibliotheksförderverein: Wie kommt das „W“ in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam
    Mehrwöchige Projektarbeit für deutsche und geflüchtete Kinder, Buchstaben in der Stadt zu finden und künstlerisch für eine Ausstellung aufzubereiten. Für weitere Informationen bitte hier klicken

Herausragende Leseförderung an Schulen | Gestiftet von der Arnulf Betzold GmbH

  • 1. Platz | Weibelfeldschule (Dreieich)
    Gesamtschule mit moderner und umfangreich ausgestatteter Bibliothek, die allen Schülern altersgerechte und kreative Leseförderangeboten macht. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 2. Platz | Grundschule Kirchdorf (Hamburg)
    Brennpunktschule, die mit einer festen, täglichen Lesezeit, Vorlesegesprächen, einer Bibliothek, Leseprojektwochen und Ausflügen die Lesemotivation stärkt. Für weitere Informationen bitte hier klicken
  • 3. Platz | Förderzentrum „Clemens Winkler“ (Brand-Erbisdorf)
    Förderschule, die die Leseförderung mit vielen kreativen Projekten umsetzt: vom Lesepicknick über redaktionelle Betätigung bis hin zum Buchmessebesuch. Für weitere Informationen bitte hier klicken

Schirmherrin Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, zeigte sich begeistert von der Vielfalt des bundesweiten Engagements: „Gute Konzepte der Leseförderung sind der Schlüssel zu Bildung und demokratischer Teilhabe. Lesen befähigt uns, Selbsterlebtes zu reflektieren, Horizonte zu erweitern und fremde Gedankenwelten zu verstehen. In unserer Gegenwart des schnellen Informationsflusses ist Lesekompetenz mehr denn je gefordert. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern und danke ihnen für ihren großartigen Einsatz.“

Auf der Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Kultur im Berliner Humboldt Carré betonte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen Dr. Jörg F. Maas: „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr zeigen können, wie aktiv, ideenreich und lebendig die Leseförderung hierzulande ist. Ohne die Arbeit der Preisträgerinnen und Preisträger wäre es nicht möglich, nachwachsenden Generationen Lesefreude und Bildungschancen zu vermitteln. Nur durch Kooperationen auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene können wir auch in Zukunft die Bedeutung des Lesens für die Gesellschaft sichtbar machen und engagierte Initiativen fördern.“

Astrid Kießling-Taşkın, Vorstand des Initiativpartners Commerzbank-Stiftung, ergänzte: „Leseförderung muss zeitgemäß sein und mit den Lebensumständen der Menschen Schritt halten. Mit dem Sonderpreis ‚Ideen für morgen‘ verschaffen wir aussichtsreichen Projekten Raum zum Wachsen. So können wir dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft erfahren, wie sehr Lesen ihr Leben bereichern kann.“

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis
Die Fähigkeit zu lesen ist für den Zusammenhalt und Erfolg einer Gesellschaft entscheidend: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zum Buch oder E-Book greifen, verstehen komplexe Sachverhalte meist besser als Altersgenossen mit weniger Leseerfahrung. Zudem begegnen sie anderen Menschen häufig mit mehr Empathie und können ihre Anliegen deutlicher formulieren. Allerdings weisen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder seit Jahren große Defizite auf: 16,2 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind hierzulande rund 7,5 Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten. Der Deutsche Lesepreis möchte daher das breite gesellschaftliche und individuelle Engagement derer würdigen, ohne die eine flächendeckende und nachhaltige Vermittlung von Lesefreude und -kompetenz nicht möglich wäre.