Foto: Lesende Jugendliche

Bisherige Preisträger / Historie

Hier finden Sie die Preisträger des Deutschen Lesepreis seit 2013. Eine Übersicht über die Gewinner des Vorgängerpreises AusLese seit 1991 finden Sie hier.

Deutscher Lesepreis 2015

Die Preisträger des Deutschen Lesepreis 2015 wurden am 26. November 2015 während einer festlichen Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben:

Herausragende Idee für die Leseförderung von morgen – Fokusthema „Migration und Integration“


Initiative Mehrsprachigkeit e.V. / Papa macht Radio – ein Hörspielprojekt mit Vätern (Lübeck, Schleswig-Holstein): Hörbuchprojekt für Väter mit Migrationshintergrund und deren Kinder in einem „sozialen Brennpunkt“ zur Förderung von Sprache und Integration.
www.initiative-mehrsprachigkeit.de

Herausragendes individuelles Engagement für die Leseförderung


Platz 1:

Christine Sinnwell-Backes / Lese- und Schreibwerkstatt (Schmelz, Saarland): kreative Aktionen rund um das Lesen seit 10 Jahren, von Bücherflohmärkten über Krimifrühstücke bis hin zu Flüchtlingsprojekten.
www.lesenische.wordpress.com

Platz 2:

Wolfgang Ettmüller / Autorenlesungen an der BBS II Kaiserslautern (Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz): langjähriges Literatur- und Kunstprojekt an der Schule und in der Stadt mit wechselnden prominenten Gegenwartsautoren (seit 1987).
www.bbsii-kl.de

Platz 3:

Silke Menne / tierchenwelt.de (Nürnberg, Bayern): gleichermaßen seriöse und verspielte Medienschule und Wissensseite über Tiere für Kinder von 6 bis 14 Jahren.
www.tierchenwelt.de

Herausragendes kommunales Engagement für die Leseförderung


Platz 1:

Kultur- und Bildungszentrum Haus Löwenberg / Gengenbach Leseland (Gengenbach, Baden-Württemberg): stadtweites Leseprojekt für Kindergärten und Schulen mit Kinder- und Jugendbuchautoren und dem Rathaus als literarischem Adventskalender.
www.museum-haus-loewenberg.de

Platz 2:

Universität Paderborn / LIFE – Lesen in Familie erleben (Paderborn, Nordrhein-Westfalen): Projekt zur stärkeren Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus beim Prozess des Lesenlernens von Erstklässlern mit wissenschaftlicher Evaluation.
kw.uni-paderborn.de

Platz 3:

Städtische Bibliotheken Dresden / Lesestark! Dresden blättert die Welt auf! (Dresden, Sachsen): Projekt für Kinder am Übergang vom Kindergarten in die Schule mit mittlerweile 120 Lesepaten, großem Lesefest, Lesesafari im Zoo und Vorlesetag im Museum.
www.lesestarkdresden.de

Wissenschaftspreis für „Lesbare Wissenschaft“ und „Wissenschaft des Lesens“


Lesbare Wissenschaft:

Stefan Klein / Träume. Eine Reise in unsere innere Wirklichkeit: Eine Entdeckungsreise in das Land der Träume auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Hirnscans und Traumdatenbanken mit Tipps zum mentalen Training.
www.stefanklein.info

Wissenschaft des Lesens:

Christina Köhler / Grenzkosten, Eurobonds und Schattenbanken – aber was verstehen die Leser davon? Magisterarbeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über die Sprache und Medienberichterstattung zur Finanz- und Eurokrise.

Deutscher Lesepreis 2014

Die Preisträger des Deutschen Lesepreis 2014 wurden am 9. Dezember 2014 während einer festlichen Preisverleihung in Berlin bekannt gegeben:

Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“


Claudia Berghorn, Münster: „Wortschatz-Caching“ zur niedrigschwelligen Leseförderung.
www.wortschatzcaching.de

„Herausragendes individuelles Engagement“ – gefördert von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur


Platz 1:

Günter Reichert, Nürnberg: Aufbau der „Asylotek“, die bundesweit erste Asylbewerberheimbibliothek, welche neben der direkten Sprach- und Wissensvermittlung auch die Integration (traumatisierter) Asylsuchender sowie ihrer Kinder fördern soll.
www.asylothek.de

Platz 2:

Anja Chrzanowski, Literaturclub des Campus Efeuweges, Berlin, der Schüler unterschiedlicher Nationalitäten sowie aus einem schwierigen sozialen Umfeld erreicht und sie zum Lesen motiviert.
www.literaturclub-campus-efeuweg.de

Platz 3:

Lena Ismail, Mainz: Die lesebegeisterte 13-Jährige hat einen eigenen Kinder- und Jugendbuch-Blog ins Leben gerufen.
www.lenaliest.de

„Herausragendes kommunales Engagement“ – gefördert von FRÖBEL e. V.


Platz 1:

Stadt- und Kreisbibliothek Greiz: „Bücher brechen Mauern“ – Leseförderungsangebot für Häftlinge im Strafvollzug.

Platz 2:

Büchertürme, Hamburg: Grundschulkinder werden im Wettbewerb dazu animiert, einen „Bücherturm“ so hoch wie ein Kirchturm zu lesen.
www.buechertuerme.de

Platz 3:

Stadtbibliothek Göttingen: Beim Göttinger Kinder-Vorlese-Sommer wird auf Spielplätzen vorgelesen, um Kleinkinder ab 4 Jahren und ihre Eltern oder Großeltern an Bilderbücher heranzuführen.
www.stadtbibliothekgoettingen.wordpress.com

Wissenschaftspreis – gefördert von der Jürgen Moll Stiftung


Lesbare Wissenschaft:

Giulia und Jill Enders für ihr Buch „Darm mit Charme“
www.darm-mit-charme.de

Wissenschaft des Lesens:

Annedore Friedrich für ihre Bachelorarbeit „Digitales für die Kleinsten? Qualitätskriterien für Bilderbuch-Apps“

Deutscher Lesepreis 2013

Sonderpreis „Ideen für morgen“

Der mit 6.000 Euro dotierte Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ geht an das Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund. Das Projekt „Im Sog von Wort und Bild - Zum Einsatz von Graphic Novels in der Leseförderung“ knüpft in Theorie und Praxis an die Schülerinteressen an: Graphic Novels erzählen komplexe Geschichten in Comic-Form und sprechen durch die kreative Gestaltung und die Kombination von Wort und Bild auch diejenigen an, die sonst weniger gerne lesen. Mit dem Projekt sollen vor allem Schüler in der Mittelstufe (Klassenstufen 8 bis 10) zum Lesen motiviert werden. Ziel ist es, so dem pubertären Leseknick zu begegnen und für neue Formen der Literaturaneignung zu werben.

Kategorie Herausragendes individuelles Engagement (gefördert von der Nele Neuhaus Stiftung und der PricewaterhouseCoopers-Stiftung)

1. Preis

Heike-Anna Grunewald, Dr. E. A. Langner-Stiftung, erhält den ersten Preis für ihr Engagement für die Hamburger Märchentage, eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe mit 70 bis 90 Einzel-Veranstaltungen für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren. Die Hamburger Märchentage richten an Kinder im Alter zwischen drei und 14 Jahren. Im Fokus stehen besonders Kinder, für die Literatur keine Selbstverständlichkeit ist. Diese werden aktiv mit einbezogen und lesen bspw. anderen Kindern vor oder setzen das Gehörte im Anschluss an die Vorlese-Aktionen künstlerisch um. Die 70 -90 Veranstaltungen finden jährlich im November statt und erreichten so in den vergangenen 9 Jahren rund 55.000 Kinder.
http://www.hamburger-maerchentage.de/

2. Preis

Beate Kabisreiter, Lehrerin am Max-von-Laue Gymnasium Koblenz, die an der Schule mit großem persönlichem Einsatz seit zehn Jahren zahlreiche unterschiedliche Leseförderungs-Projekte umsetzt, erhält den zweiten Preis. Zu den miteinander verzahnten Projekten gehören sogenannte Lesescouts, die im gesamten Schuljahr Aktionen für das Lesen umsetzen, aber auch ein Methoden- und Sozialkompetenztraining. Zu den Lesescout-Aktivitäten zählen Lesepicknicks, Lesenächte, Leseolympiaden und Lesefußball. Zudem erhalten Schülerinnen und Schüler, die am Lesesommer teilnehmen, einen Vermerk im Halbjahreszeugnis. Die Gesamtkoordination aller Leseförderungsmaßnahmen verantwortet Frau Kabisreiter.
http://www.mvlg.de/

3. Preis

Den dritten Preis teilt sich Dr. Rita Mielke vom Sommer-Lese-Festival „Korschenbroich liest“ mit Sabine Thomas und Andreas Hoh vom Krimifestival München. Beide etablierten Veranstaltungsreihen machen auf unterschiedliche Art und Weise Lesen lebendig und sprechen so ein breites Publikum an. Die Veranstaltung „Korschenbroich liest“ läuft seit 2011 und umfasst rund 16 bis 18 Einzelveranstaltungen. Kern des Konzepts ist die Idee, Lesen und Literatur in einen außergewöhnlichen Rahmen einzubetten, so zum Beispiel die Veranstaltung „Buch zum Bier“: Hier wurden in einer Brauerei Bücher vorgestellt, die speziell für Männer interessant waren. In den vergangenen Jahren konnten bis zu 1.200 Besucher gezählt werden. Das Einzugsgebiet der Veranstaltung geht weit über Kroschenbroich hinaus.
http://www.korschenbroich-liest.de

Das „Krimifestival München“ hingegen gilt inzwischen als eines der größten internationalen Festivals für Kriminalliteratur und findet seit 2003 immer im Frühjahr statt. Es wurde von Sabine Thomas und Andreas Hoh ins Leben gerufen und wird seitdem mit enormen persönlichen Engagement und ohne nennenswerte finanzielle Unterstützung zu einem der größten internationalen Festivals für Kriminalliteratur aufgebaut, dass rund 20.000 Besucher jährlich anlockt.
http://www.krimifestival-muenchen.de/

Kategorie Herausragendes kommunales Engagement (gefördert von FRÖBEL e.V)

1. Preis

Die Stadtbücherei Neuenrade erhält den ersten Preis für die Gründung eines „Zelius“ (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache), das sich besonders an Menschen mit Migrationshintergrund wendet. In Zeiten klammer Stadtkassen wurden die zwei kommunalen Bereiche Stadtbücherei und Integration zusammengelegt, um Synergien zu erzielen. Durch vielfältige Projekte, die im ZELIUS angeboten werden, können alle Neuenrader Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Migrationshintergrund erreicht werden. ZELIUS ist Lese- und Seminarort sowie Beratungsstelle.
Stadtbücherei Neuenrade/Zentrum für Lesen, Integration und Sprache (Zelius)

2. Preis

Die Stadtbücherei Lampertheim im Verbund mit den Projektpartnern Gemeindebücherei Bobenheim-Roxheim, Stadtbibliothek Mannheim / Zweigstelle Sandhofen und Stadtjugendpflege Lampertheim erhält den zweiten Preis für ihr Bundesländerübergreifendes Bibliotheksangebot „Lesen im kleinen Dreieck“. Zusätzlich sind Grundschulen und lokale Kooperationspartner eingebunden. Diese Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt. Gestartet 2007 wurden bis 2013 72 Schulklassen erreicht und insgesamt 74 Veranstaltungen zur Leseförderung angeboten.
http://www.likd.de/

3. Preis

Der dritte Preis geht an die Buxtehuder Stadtbibliothek, die bei ihren Projekten „Rucksackbibliothek“ und „Buxtehuder Kälbchen" die Zielgruppe Kindergartenkinder auf vorbildliche Art und Weise aktiv einbindet. Das Projekt richtet sich an alle Buxtehuder Kita-Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Insgesamt zehn Kinderbücher aus der Bibliothek – die Auswahl treffen Erzieherinnen – gehen per Rucksack reihum an all 20 Kitas. Die Kitakinder beschäftigen sich mit den Büchern und präsentieren wiederum der nächsten Kita ihre Lieblingsbücher. Zum Abschluss der Tour wird zudem das Buxtehuder Lieblingsbuch gewählt, die Handpuppe „Buxtehuder Kälbchen“ begleitet das Projekt.
„Rucksackbibliothek“ Stadtbibliothek Buxtehude

Wissenschaftspreis

Unter dem Dach des Deutschen Lesepreis wurde außerdem der von der Jürgen Moll Stiftung geförderte Wissenschaftspreis vergeben.

Kategorie „Lesbare Wissenschaft“

Der Ökonom Prof. Dr. Walter Krämer wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Krämer studierte Mathematik und Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er 1979 promovierte, und habilitierte in Ökonometrie an der Technischen Universität Wien. Seit 1988 ist er Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Technischen Universität Dortmund. Außerdem war er als Gastprofessor am Management-Institut der Fudan-Universität in Shanghai tätig. Er hat mit seinen Werken wie „So lügt man mit Statistik“ wesentlich zur „Lesbarkeit“ vor allem von Statistik beigetragen.
http://www.statistik.uni-dortmund.de/kraemer.html

Kategorie „Wissenschaft des Lesens“

Der Preis geht an Christoph Sondag für seine Diplomarbeit am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg mit dem Titel „Analphabet trotz Schule. Quantitative und qualitative Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Literalitätsgrad Erwachsener und ihren Erfahrungen während der Schulzeit. Ergebnisse aus der leo. – Level-One-Studie.“ Die Diplomarbeit zeichnet sich vor allem durch ihre hohe bildungspolitische und –ökonomische Relevanz aus und verbindet Perspektiven, die in der Diskussion normalerweise getrennt bleiben.