Foto: Lesende Jugendliche

Neuigkeiten

Wie viele Initiativen haben sich bereits beworben? Wer wurde nominiert? Diese und andere Fragen beantworten wir Ihnen hier regelmäßig mit frischen News.

Neun Preisträger mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet

Insgesamt 23.000 Euro für individuelles und kommunales Engagement, wissenschaftliche Leistungen und Innovationen in der Leseförderung / Grütters: „ohne Lesen keine Bildung“


Foto: Lesepreis 2015 © Stiftung Lesen / Amin Akhtar
© Stiftung Lesen / Amin Akhtar

Berlin, 26. November 2015. Von einem Hörspielprojekt für Väter mit Migrationshintergrund über die Sprachanalyse der Medienberichterstattung zur Finanzkrise bis hin zu einem Lese-Adventskalender in Rathausgröße – so vielfältig sind die gestern Abend mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichneten Projekte. Der Preis wird von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung ausgelobt und steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters. Bei der gestrigen Preisverleihung an insgesamt neun Gewinner in den Kategorien individuelles und kommunales Engagement, Wissenschaft und Ideen für morgen sagte sie: „Lesen ist Selbstzweck, aber Lesen ist auch Mittel zum Zweck der Bildung. Kurz gesagt: ohne Lesen keine Bildung. Ich gratuliere den Preisträgern und ich freue mich über das hundertfache Engagement und die Kreativität für die Leseförderung überall in Deutschland.“

Bei der Festveranstaltung mit rund 200 geladenen Gästen aus Bildung, Wirtschaft, Politik und Kultur im Berliner Humboldt-Carré sagte der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen Dr. Jörg F. Maas: „Lesen braucht viele Förderer, angefangen bei den Eltern über Erzieher und Lehrer bis hin zu zehntausenden Vorlesepaten. Dieses Engagement zeichnen wir mit dem Deutschen Lesepreis aus. Angesichts von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland sind die Preisträger Botschafter und Vorbild für ein erfolgreiches Engagement in der Leseförderung.“ Die Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung Astrid Kießling- Taşkın ergänzte: „Der Lesepreis ehrt nicht allein Personen und Initiativen, die sich um die Leseförderung schon verdient gemacht haben. Er ermöglicht auch die Umsetzung ganz neuer Ideen. Das ist das Ziel des von uns gestifteten Sonderpreises ‚Ideen für morgen‘, mit dem wir in diesem Jahr bewusst auf die aktuelle gesellschaftliche Herausforderung zum Themenkomplex ‚Migration und Integration’ reagieren.“

Der Deutsche Lesepreis zeichnet Menschen und Institutionen aus, die das Lesen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit innovativen und erfolgreichen Initiativen und Projekten erhalten und fördern. Unter seinem Dach werden herausragende Projekte geehrt und darin unterstützt, sich optimal zu entwickeln und Impulse für die Leseförderung zu setzen. Damit schafft der Deutsche Lesepreis ein größeres öffentliches Bewusstsein für die Notwendigkeit von Leseförderung und würdigt die Preisträger als Vorbilder für mehr Lesefreude und Lesekompetenz in Deutschland. Die Jury wählte die neun Preisträger 2015 aus insgesamt 209 Einsendungen aus. Die Teilnahme stand allen in der Leseförderung Engagierten offen. Der Preis ist insgesamt mit 23.000 Euro dotiert.

Die Kategorien und Preisträger im einzelnen (Kontakte über die Stiftung Lesen, siehe unten):

Herausragende Idee für die Leseförderung von morgen – Fokusthema „Migration und Integration“

Mit dem Sonderpreis wird neuen Ideen der Leseförderung eine Chance zur Realisierung gegeben. Im Jahr 2015 steht die Kategorie erstmals unter einem Sonderthema, um das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft über das Thema Leseförderung und -kompetenz zu bereichern und zur Teilhabe beizutragen. Die Kategorie ist mit 6.000 Euro dotiert und wird von der Commerzbank-Stiftung gefördert.

  • Initiative Mehrsprachigkeit e.V. / Papa macht Radio – ein Hörspielprojekt mit Vätern (Lübeck, Schleswig-Holstein): Hörbuchprojekt für Väter mit Migrationshintergrund und deren Kinder in einem „sozialen Brennpunkt“ zur Förderung von Sprache und Integration.

Herausragendes individuelles Engagement für die Leseförderung

In dieser Kategorie werden Individualpersonen ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld von insgesamt 4.500 Euro (1. Preis 2.000 €, 2. Preis 1.500 €, 3. Preis 1.000 €). Die Kategorie wird durch die PwC-Stiftung Jugend Bildung Kultur gefördert.

  1. Preis: Christine Sinnwell-Backes / Lese- und Schreibwerkstatt (Schmelz, Saarland): kreative Aktionen rund um das Lesen seit 10 Jahren, von Bücherflohmärkten über Krimifrühstücke bis hin zu Flüchtlingsprojekten.
  2. Preis: Wolfgang Ettmüller / Autorenlesungen an der BBS II Kaiserslautern (Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz): langjähriges Literatur- und Kunstprojekt an der Schule und in der Stadt mit wechselnden prominenten Gegenwartsautoren (seit 1987).
  3. Preis: Silke Menne / tierchenwelt.de (Nürnberg, Bayern): gleichermaßen seriöse und verspielte Medienschule und Wissensseite über Tiere für Kinder von 6 bis 14 Jahren.

Herausragendes kommunales Engagement für die Leseförderung

In dieser Kategorie werden Organisationen ausgezeichnet, die sich in Kooperation mit weiteren Partnern/Institutionen in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Drei Preisträger erhalten ein Preisgeld von insgesamt 4.500 Euro (1. Preis 2.000 €, 2. Preis 1.500 €, 3. Preis 1.000 €). Die Kategorie wird durch FRÖBEL e. V. gefördert.

  1. Preis: Kultur- und Bildungszentrum Haus Löwenberg / Gengenbach Leseland (Gengenbach, Baden-Württemberg): stadtweites Leseprojekt für Kindergärten und Schulen mit Kinder- und Jugendbuchautoren und dem Rathaus als literarischem Adventskalender.
  2. Preis: Universität Paderborn / LIFE – Lesen in Familie erleben (Paderborn, Nordrhein-Westfalen): Projekt zur stärkeren Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus beim Prozess des Lesenlernens von Erstklässlern mit wissenschaftlicher Evaluation.
  3. Preis: Städtische Bibliotheken Dresden / Lesestark! Dresden blättert die Welt auf! (Dresden, Sachsen): Projekt für Kinder am Übergang vom Kindergarten in die Schule mit mittlerweile 120 Lesepaten, großem Lesefest, Lesesafari im Zoo und Vorlesetag im Museum.

Wissenschaftspreis für „Lesbare Wissenschaft“ und „Wissenschaft des Lesens“

In der Teilkategorie „Lesbare Wissenschaft“ werden Autoren ausgezeichnet, die Wissenschaft für ein breites Publikum les- und greifbar machen. Der Preis dieser Kategorie ist mit 5.000 Euro dotiert. Im Bereich „Wissenschaft des Lesens“ werden Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet, die sich ihren Abschlussarbeiten (Bachelor-, Master-, Magister-, Diplom- oder Staatsexamensarbeit) mit dem Thema Lesen im Kontext der Mediengesellschaft beschäftigen. Dieser Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Die Kategorie wird durch die Jürgen Moll Stiftung gefördert.

  • Lesbare Wissenschaft: Stefan Klein / Träume. Eine Reise in unsere innere Wirklichkeit: Eine Entdeckungsreise in das Land der Träume auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Hirnscans und Traumdatenbanken mit Tipps zum mentalen Training.
  • Wissenschaft des Lesens: Christina Köhler / Grenzkosten, Eurobonds und Schattenbanken – aber was verstehen die Leser davon? Magisterarbeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz über die Sprache und Medienberichterstattung zur Finanz- und Eurokrise.

Deutscher Lesepreis 2015

Die Besten stehen fest


Frankfurt / Mainz, 15. Oktober 2015. Seit 2013 würdigen die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung mit dem Deutschen Lesepreis Projekte, die sich nachhaltig für die Leseförderung in Deutschland einsetzen. Denn Lesekompetenz ist die zentrale Grundlage für Bildung und aktive Teilnahme an unserer Gesellschaft – dennoch hat rund ein Fünftel der deutschen Bevölkerung Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben.

Aus den diesjährigen 209 Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis stehen nun die 37 Nominierten aus den Kategorien „Ideen für morgen“, „Herausragendes individuelles Engagement“, „Herausragendes kommunales Engagement“ fest. Darunter Projekte, die das Vorlesen für Flüchtlingskinder beinhalten, die sich dem Thema „Lesen in der Familie“ angenommen haben oder einfach die Freude am Lesen wecken möchten, etwa in Form eines Online-Lexikons für Kinder. In der vierten Kategorie des Deutschen Lesepreises „Lesbare Wissenschaft“ wurden zudem neun Autoren nominiert, die es laut Jury geschafft haben, Wissenschaft für ein breites Publikum les- und greifbar zu machen. Im letzten Jahr gewann Giulia Enders mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“.

Nominierte, Preisverleihung, Dotierung

Eine Übersicht aller Nominierten finden Sie hier. Die Verleihung „Deutscher Lesepreis 2015“ findet am 25. November in Berlin statt. Insgesamt ist der Deutsche Lesepreis mit Preisgeldern in Höhe von 23.000 Euro dotiert – ermöglicht wird dies durch den Initiativpartner Commerzbank-Stiftung sowie durch die PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, die FRÖBEL-Gruppe und die Jürgen Moll Stiftung. Der Deutsche Lesepreis steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin Prof. Monika Grütters.

Warum Leseförderung: Ein Fünftel der deutschen Bevölkerung hat Lese- und Schreibprobleme

Mit Leseförderprojekten setzt sich die Stiftung Lesen dafür ein, die Lesekompetenz in Deutschland zu steigern, ist dabei aber auch auf das Engagement Dritter angewiesen, um Deutschland langfristig zum Leseland zu machen. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: „Leseförderung muss als gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlichen Gruppen verstanden werden. Genau hier setzen wir mit dem Deutschen Lesepreis an und würdigen und unterstützen innovative sowie nachhaltige Projekte, die dazu beitragen, der Leseförderung in Deutschland neue Impulse zu geben.“

Astrid Kießling-Taşkın, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, betont: „Das Lesen ist nicht nur ein Grundpfeiler der kulturellen Bildung, sondern insbesondere wichtig für die Integration in die Gesellschaft. Die Bewerber für den Deutschen Lesepreis helfen mit ihren Projekten und Initiativen, neue Zugänge zum Lesen zu schaffen und übernehmen damit eine gesellschaftliche Vorbildfunktion. Mit dem Deutschen Lesepreis honorieren wir dieses Engagement und bringen es in die breite Öffentlichkeit.“

Die Nominierungen für den Deutschen Lesepreis 2015:

Ideen für morgen

  • Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck: Gemeinsames Vorlesen mit Flüchtlingskindern
  • Deutsche Islam Bibliothek: Sprach- und Leseförderung in muslimischen Gemeinden
  • GGS Sonnenstraße: Die ganze Welt auf einer Bühne
  • IN VIA Dortmund e. V.: # Fern der Heimat...lies mit!
  • Initiative Mehrsprachigkeit e. V., Lübeck: Papa macht Radio - Ein Hörspielprojekt mit Vätern
  • Jumpers – Jugend mit Perspektive e. V., Kaufungen: Nicky Pedìa erklärt die Welt
  • KiTa am Steinberg, Münzenberg: KiTa-Kinder und ihre Lieblingsbücher in der ganzen Welt
  • Universität Bamberg, Lehrstuhl Didaktik der deutschen Sprache und Literatur: Die Entdeckung der Worte – Interkulturelles Lesen und Schreiben mit dem Dichter Nevfel Cumart

Herausragendes individuelles Engagement in der Leseförderung

  • Christoph Conrad, Evangelisches Gymnasium Meinerzhagen: Lesefreundliche Schule EGM
  • Wolfgang Ettmüller, Berufsbildende Schule II, Kaiserslautern: Autorenlesung an der BBS
  • Levke und Heike Klaassen, Bremen: Deutschunterricht für Flüchtlinge
  • Katharina Linnemann, Paderborn: Leseförderung und Autorenlesungen
  • Silke Menne, Nürnberg: tierchenwelt.de – Das Tierlexikon für Kinder
  • Eveline Petraschka, Charlotte-Dessecker-Bücherei, Pullach: NachtSeiten - 2. Internationales Jugendliteratur-Festival Pullach
  • Margret Schaaf, Bundesverband Mentor e.V., Köln: MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband e.V.
  • Christine Sinnwell-Backes, Lese- und Schreibwerkstatt, Schmelz: Lese- und Schreibwerkstatt - Mit allen Sinnen fürs Lesen begeistern
  • Sabine Stockhammer, Katholische Öffentliche Bücherei St. Laurentius, Tittmoning: Leseförderung und Spaß an Büchern
  • Renate Thomas, Schulbücherei Schillerschule Groß-Gerau: Leseförderung an der Grundschule

Herausragendes kommunales Engagement in der Leseförderung

  • Bergsträßer Anzeiger, Bensheim: Leseförderung von Kindesbeinen an
  • Forum Bildung Wilhelmsburg, Hamburg: Preuschhof-Preis für Kinderliteratur
  • IRIS – Regenbogenzentrum, Halle: Lesebabys
  • Kinderstiftung Ravensburg: Lesewelten der Kinderstiftung Ravensburg
  • Kultur- und Bildungszentrum Haus Löwenberg, Gengenbach: Gengenbach Leseland: „Sams trifft Freunde“
  • Lions Club Coburg Veste: Lesipold - Lesen macht stark
  • Norddeutscher Rundfunk, Redaktion Barrierefreie Angebote, Hamburg: Thementag Alphabetisierung und Der NDR in Leichter Sprache
  • Sprachförderzentrum Berlin Mitte: Leseförderung mit Schmökerkisten
  • Städtische Bibliotheken Dresden: Projekt Lesestark! Dresden blättert die Welt auf
  • Universität Paderborn: LIFE – Lesen in Familien erleben

Wissenschaftspreis, Kategorie: „Lesbare Wissenschaft“

  • Harro Albrecht: Schmerz. Eine Befreiungsgeschichte. München: Pattloch 2015
  • Raphael M. Bonelli: Selber schuld! Ein Wegweiser aus seelischen Sackgassen. München: Pattloch 2013
  • Heinz Bude: Gesellschaft der Angst. Hamburg: Verlag Hamburger Edition 2014
  • Vince Ebert: Bleiben Sie neugierig! Macht sauer lustig? Darf man gelben Schnee essen? Und andere Fragen aus der Wissenschaft. Berlin: Rowohlt 2013
  • Gerd Gigerenzer: Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. München: btb 2013
  • Stefan Klein: Träume. Eine Reise in unsere innere Wirklichkeit. Frankfurt am Main: S. Fischer 2014
  • Kristin Kopf: Das kleine Etymologicum. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Sprache. Stuttgart: Klett-Cotta 2014
  • Hartmut Walz: Einfach genial entscheiden. Die 55 wichtigsten Erkenntnisse für Ihren beruflichen Erfolg. Freiburg: Haufe 2013
  • Heinrich Zankl und Katja Betz: Trotzdem genial. Darwin, Nietzsche, Hawking und Co. Weinheim: Wiley VCH 2014

Über 200 Bewerbungen stehen im Wettbewerb um den Deutschen Lesepreis 2015


Die insgesamt 209 Bewerberinnen und Bewerber engagieren sich an unterschiedlichsten Orten auf vielfältige Weise für die Leseförderung. Sie bilden damit die Landschaft der Leseförderung in Deutschland idealtypisch ab.

Anfang Oktober gibt die Jury die Nominierungen bekannt. Mitte Oktober wird über die Preisträger der einzelnen Kategorien entschieden. Bis dahin wünschen wir allen Bewerberinnen und Bewerbern viel Glück und Erfolg!

Die Idee für morgen 2014 wird Wirklichkeit:

Wortschätzen auf der Spur


Foto: WortSchatz-Suche in Münster: Die Sechstklässlerinnen der Marienschule (Foto: Berghorn)
WortSchatz-Suche in Münster: Die Sechstklässlerinnen der Marienschule (Foto: Berghorn)

Für ihr Konzept „WortSchatzCaching“ erhielt Claudia Berghorn im Jahr 2014 den Deutschen Lesepreis der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung in der Kategorie „Ideen für morgen“

Die Idee: Leseförderung unter Einsatz von GPS-Geräten. Vom 15. bis 17. Juni hat in Münster das erste Schulprojekt stattgefunden, bei dem das Konzept des WortSchatzCaching umgesetzt wurde: Alle 131 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 6 der Marienschule Münster haben sich in Teams in der Innenstadt mit GPS-Geräten auf die Suche nach „WortSchätzen“ gemacht, um auf ihrer digitalen Schatzsuche verschiedenste Orte in Münster zu entdecken, die mit Lesen und Literatur, Kommunikation und Sprache zu tun haben. Dazu gehören Büchereien genauso wie die Inschriften im Straßenpflaster, an Gebäuden und Statuen, die auch Einblicke in die Geschichte der Stadt geben.

Einen Link zur lokalen Berichterstattung finden Sie hier:
http://www.wn.de/Muenster/2007794-Aktion-Gutes-Morgen-Muenster-Wortschaetzen-auf-der-Spur

Ab sofort: Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis 2015 möglich

Auszeichnungen in vier Kategorien für herausragendes Engagement in der Leseförderung


Frankfurt / Mainz, 4. Mai 2015. Ab sofort können sich Einzelpersonen und Einrichtungen, die sich in Deutschland für die Leseförderung engagieren, unter www.deutscher-lesepreis.de für den Deutschen Lesepreis 2015 bewerben. Die Bewerbung steht allen in der Leseförderung Aktiven offen, die Einreichungsfrist endet am 31. Juli 2015. Die Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung vergeben den mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 23.000 Euro dotierten Deutschen Lesepreis mit Unterstützung der FRÖBEL Gruppe, der PwC Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und der Jürgen Moll Stiftung in vier verschiedenen Kategorien. Die festliche Preisverleihung findet am 25. November in Anwesenheit der Schirmherrin Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, in Berlin statt.

Der seit 2013 jährlich ausgelobte Deutsche Lesepreis steht für eine besondere Würdigung von herausragendem Engagement in der Leseförderung. „Neben der Auszeichnung von Bewährtem will der Deutsche Lesepreis auch neue Impulse setzen“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Denn Leseförderung ist nur dann zukunftsfähig, wenn sie aktuelle Entwicklungen aktiv aufgreift und immer wieder neue Zugänge zum Lesen eröffnet.“

Insbesondere der von der Commerzbank-Stiftung gestellte Sonderpreis „Ideen für morgen“ will die Verwirklichung neuer Konzepte ermöglichten. „Bewusst“, sagt Astrid Kießling-Taşkin, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, „gehen wir mit dem Sonderpreis in diesem Jahr auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen ein. Ausgezeichnet werden Projektinitiativen, die sich mit dem Themenkomplex ‚Migration und Integration’ beschäftigen.“ Eine besondere Beachtung gewinnen in diesem Zusammenhang Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt. Bewerben können sich Einzelpersonen und Institutionen, die eigene Ideen entwickelt, aber diese noch nicht umgesetzt haben. Mit dem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro wird die Realisierung einer Idee für morgen ermöglicht.

In der Preiskategorie „Herausragendes individuelles Engagement“, gefördert von der PwC Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, werden Individualpersonen ausgezeichnet, die sich in außergewöhnlicher Weise für die Leseförderung verdient gemacht haben. Dies kann ein aktiver Einsatz als ehrenamtlich Engagierter ebenso sein, wie die Initiierung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung der Lesefreude und der Lesekompetenz für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen. Insgesamt stehen 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (Staffelung: 1. Preis 2.000 €, 2. Preis 1.500 €, 3. Preis 1.000 €).

Der Preis für „Herausragendes kommunales Engagement“ wird gestiftet von der FRÖBEL-Gruppe und zeichnet Institutionen, Unternehmen, Vereine und kommunale Träger aus, die sich in außergewöhnlicher Art und Weise für die Leseförderung vor Ort verdient gemacht haben. Besondere Berücksichtigung gilt dabei der institutionsübergreifenden und aufeinander aufbauenden Projektzusammenarbeit. Die Projekte und Ideen können sich an alle Altersstufen und Zielgruppen richten. Auch in dieser Kategorie stehen insgesamt 4.500 € Preisgeld zur Verfügung (Staffelung: 1. Preis 2.000 €, 2. Preis 1.500 €, 3. Preis 1.000 €).

Der unter dem Dach des Deutschen Lesepreises vergebene Wissenschaftspreis der Jürgen Moll Stiftung vereint Wissenschaft und Lesen – und deckt dabei gleich zwei wichtige Aspekte ab: Der Preis in der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ wird an Nachwuchswissenschaftler vergeben, die sich in ihren Abschlussarbeiten (Bachelor-, Master-, Magister-, Diplom- oder Staatsexamensarbeit) mit dem Thema Lesen im Kontext der Mediengesellschaft beschäftigen. Dieser Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. In der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ zeichnet der Preis Autoren aus, die Wissenschaft für ein breites Publikum les- und greifbar machen. Der Preis für „Lesbare Wissenschaft“ wird über ein eigenes Vorschlagsverfahren vergeben. Eine Online-Bewerbung ist nicht vorgesehen. Der Preis dieser Kategorie ist mit 5.000 Euro dotiert.

Neun Preisträger mit dem Deutschen Lesepreis ausgezeichnet

Eine Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung unter der Schirmherrschaft der KMK-Präsidentin Sylvia Löhrmann


Foto: Preisträger des Deutschen Lesepreises 2014 sowie die Initiatoren und Preisstifter
Preisträger des Deutschen Lesepreises sowie die Initiatoren und Preisstifter
Copyright: Stiftung Lesen / Luca Abbiento

Berlin / Frankfurt / Mainz, 10. Dezember 2014 Die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung haben am 9. Dezember zum zweiten Mal in Berlin den Deutschen Lesepreis verliehen. Neun Preisträger erhielten in vier verschiedenen Kategorien die Auszeichnung für ihr herausragendes Engagement in der Leseförderung. Der Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ ging an die Münsteranerin Claudia Berghorn für ihr Projekt „Wortschatz-Caching“. Günter Reichert, Initiator der „Asylothek“ in Nürnberg, belegte den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“. Der zweite und dritte Preis gingen an Anja Chrzanowski (Berlin) und die Schülerin Lena Ismail (Mainz). Die Stadt- und Kreisbibliothek Greiz war Gewinnerin in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“. Es folgten auf den Plätzen zwei und drei die Hamburger Büchertürme und die Stadtbibliothek Göttingen. Die Mannheimer Bestseller-Autoren Giulia und Jill Enders erhielten den Wissenschaftspreis in der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“. Annedore Friedrich aus Mainz wurde für ihre Bachelorarbeit in der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ ausgezeichnet.

Deutscher Lesepreis 2014

38 herausragende Leseförderungsprojekte nominiert


Frankfurt / Mainz, 20. Oktober 2014 Die Resonanz auf die Ausschreibung des Deutschen Lesepreises 2014 hat mit insgesamt 274 Bewerbungen die Erwartungen der beiden Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung weit übertroffen. Nun hat die Jury aus allen Bewerbern 38 besonders herausragende Projekte ausgewählt. Aus der Liste der Nominierten bestimmt sie im nächsten Schritt die endgültigen Gewinner, die am 9. Dezember während einer feierlichen Preisverleihung in Berlin geehrt werden.

Folgende Leseförderungsprojekte sind in der Endauswahl um den Deutschen Lesepreis 2014:

Nominierte für den Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ (10 Nominierungen)

  • ax-o e.V., Aachen: Vorlesen vor Kindergartenkindern als unterstützendes Mittel zum Spracherwerb für junge Migranten.
  • Claudia Berghorn, Münster: „Wortschatz-Caching“ zur niedrigschwelligen Leseförderung.
  • Kindergebärden.de, Ziethen: Veröffentlichung eines Babybilderbuches mit Gebärdensprach-Abbildungen
  • Kinder lesen und schreiben für Kinder e.V., München: Mit dem Projekt „StoryTeller“ sollen bundesweit Kinder in Hospizen und Blindeninstituten mit originellen Geschichten versorgt werden.
  • Max-Planck-Gymnasium, Delmenhorst: „Booklyn Media“ – Aufbau und Pflege der Schulbibliothek durch eine „Schülerfirma“
  • Mediothek Wutöschingen: Schaffung eines interaktiven Literatur-Wanderwegs für Kinder
  • Stadtbibliothek Heinrich Heine Gotha: „Sturm und Drang auf die Bibliothek Rappen, Slamen-Appen“: Schaffung neuer Angebote, um mit moderner Technik und unkonventionellen Ideen Jugendliche für die Bibliothek zu begeistern und sie dauerhaft daran zu binden
  • Stadtbücherei Frankfurt am Main: „LeseTouch“ - Vermittlung von Literatur mittels Tablet-PC, App und klassischem Buch
  • Städtische Bibliotheken Dresden: Projekt „Lesestark Kultur!“ zur Verbindung von Leseförderung und Museumspädagogik.
  • Verein Alter und Soziales e. V., Ahlen: Schaffung von multimodalen und multimedialen Zugängen zu Leseinhalten für Menschen mit Demenz.

Nominierte für die Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“ – gefördert von der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur (14 Nominierungen)

  • Heidemarie Brosche, Hauptschullehrerin in Friedberg/Bayern: großes und vielfältiges Engagement an ihrer Schule für Leseförderung insb. für Bildungs- und Leseferne sowie Jugendliche
  • Anja Chrzanowski, Literaturclub des Campus Efeuweges, Berlin, der Schüler unterschiedlicher Nationalitäten sowie aus einem schwierigen sozialen Umfeld erreicht und sie zum Lesen motiviert
  • Christoph Conrad, Evangelisches Gymnasium Meinerzhagen: Initiierung und Aufbau unterschiedlicher Leseförderungsmaßnahmen für alle Altersstufen an der Schule
  • Ute Griep, Kronshagen, organisierte die Wanderausstellung „In Kisten und Koffern - Tiere auf Wanderschaft“: Über 100 aktuelle Sachbücher zum Thema Tiere reisen mit kompletten Unterrichtsmaterialien durch Schleswig-Holstein.
  • Lena Ismail, Mainz: Die lesebegeisterte Zwölfjährige hat einen eigenen Kinder- und Jugendbuch-Blog ins Leben gerufen
  • Dr. Torsten Köppe, Königswinter, und sein 15-jähriger Sohn sind als ehrenamtliche „Tandem-Vorleser“ regelmäßig im örtlichen Kindergarten
  • Erwin Mitschdörfer, Volkshochschule/Bücherei Nordhastedt e. V., initiierte zahlreiche Leseförderungsprojekte in seiner Gemeinde
  • Ömer Özbekler, Hanau: Das bilinguale Projekt „Papa liest ein Buch“ möchte gezielt Väter dazu animieren, in Kindergärten mehrsprachig zu lesen.
  • Eveline Petraschka und Martin Salfer, Charlotte-Dessecker-Bücherei, Pullach im Isartal: Initiierung und Organisation des 1. Internationalen Jugendliteraturfests „Tacheles Hören“ für Jugendliche ab 14 Jahren
  • Günter Reichert, Nürnberg: Aufbau der „Asylotek“, die bundesweit erste Asylbewerberheimbibliothek, welche neben der direkten Sprach- und Wissensvermittlung auch die Integration (traumatisierter) Asylsuchender sowie ihrer Kinder fördern soll.
  • Dr. Thomas Rieke-Baulecke, Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein: Initiator des Programms „Niemanden zurücklassen - Lesen macht stark“
  • Christine Sinnwell-Backes, Schmelz/Saarland: Lese- und Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche
  • Annelie und Wilfried Stascheit, Selbst.Los! Kulturstiftung Frickingen: Das Projekt „Kinder brauchen Bücher, arme noch viel mehr!“ hilft mittellosen Familien mit Buchspenden, um Kindern Lesestoffe zur Verfügung stellen zu können.
  • Frau Zitzmann, Schulbibliothek der Adolf-Reichwein-Schule, Neu-Anspach: Jahrgangsübergreifende Leseförderung und Betreuung der Schulbibliothek.

Nominierte für die Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ – gefördert von der FRÖBEL-Gruppe (14 Nominierungen)

  • AWO-Migrationssozialdienst, Bamberg: frühe Lese- und Sprachförderung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund mit dem Projekt „Bamberger Lesefreunde“.
  • Baden-Württemberg Stiftung, Stuttgart: Das Projekt kicken&lesen verfolgt den innovativen Ansatz, Bildung (Leseförderung) und Bewegung (Fußball) miteinander zu verbinden.
  • Bibliothek Gransee: Aufbau und Pflege eines Lese-Netzwerkes für alle Generationen
  • Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Frankfurt: Das Leseförderungsprojekt „LeseTüte“ ist eine bundesweite Buchhandelsaktion für Lese- und Schulanfänger. Im Jahr 2014 übergaben 450 Buchhandlungen insgesamt 90.000 Tüten/Bücher an Erstleser.
  • Büchertürme, Hamburg: Grundschulkinder werden im Wettbewerb dazu animiert, einen „Bücherturm“ so hoch wie ein Kirchturm zu lesen
  • Gymnasium Veitshöchheim: das 2008 aufgebaute lokal-regionale Lesenetzwerk ist ein erfolgreich laufendes Großprojekt zur Leseförderung und zum Ausbau der Selbst-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenzen von Kindern und Jugendlichen in Kooperation mit externen Partnern.
  • Johann-Schöner-Gymnasium, Karlstadt: Die „Karlstadter LesART“ist ein städtisches Lesefestival mit besonderer Einbindung von Schulen, das sich an alle Altersgruppen richtet.
  • Leseohren e.V., Stuttgart: Deutschlands größte Vorlese-Initiative legt u.a. einen Schwerpunkt auf Vorleseangeboten von Muttersprachlern in Türkisch, Griechisch, Russisch, Englisch, Kroatisch und weiteren Sprachen.
  • Leseregion Straubing - Stadt und Land: Pilotprojekt zur nachhaltigen Förderung der Lese- und Informationskompetenz im ländlichen Raum
  • Lesewelt Halle, c/o Freiwilligen-Agentur Halle: Leseförderung u.a. durch individuelle Lesepatenschaften für Kinder im Grundschulalter, die besonderen Unterstützungsbedarf haben.
  • Projektbüro Lesementoring Landeshauptstadt Hannover: Jugendliche als Lesecoaches sind im Projekt Lesementoring die Hauptakteure, die mit vielen kreativen Ideen Kinder an die Welt der Bücher heranführen.
  • Stadtbibliothek Göttingen: Beim Göttinger Kinder-Vorlese-Sommer wird auf Spielplätzen vorgelesen, um Kleinkinder ab 4 Jahren und ihre Eltern oder Großeltern an Bilderbücher heranzuführen.
  • Stadtbibliothek Mannheim: Bildungspartner im „Mannheimer Unterstützungssystem Schule (MAUS)“
  • Stadt- und Kreisbibliothek Greiz : Leseförderungsangebot u.a. für Häftlinge im Strafvollzug

Aus diesen 38 Nominierten wählt die Jury die jeweiligen Preisträger der einzelnen Kategorien. Alle Nominierten werden über die Entscheidung der Jury schriftlich benachrichtigt. Die Bewertung und Auswahl der Gewinner des Wissenschaftspreises erfolgt unabhängig von den drei Kategorien des Deutschen Lesepreises durch das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen und die Jürgen Moll Stiftung.

Neue Rekordbeteiligung beim Deutschen Lesepreis 2014: 274 Bewerbungen

Bewerberzahl aus 2013 übertroffen


Frankfurt / Mainz, 1. August 2014. Die Resonanz auf die Ausschreibung des Deutschen Lesepreises 2014 hat die Erwartungen der beiden Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung weit übertroffen: Mit insgesamt 274 Bewerbungen steigerte sich die Bewerberzahl aus dem vergangenen Jahr, in dem der Deutsche Lesepreis erstmals verliehen wurde, noch einmal. Aus allen Bewerbern erstellt die Jury bis Ende Oktober eine Shortlist an besonders herausragenden Projekten.

Ab sofort: Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis 2014 möglich

Auszeichnungen in vier Kategorien für herausragendes Engagement in der Leseförderung


Frankfurt / Mainz, 9. Mai 2014. Ab sofort können sich Einzelpersonen und Einrichtungen, die sich in Deutschland für die Leseförderung engagieren, unter www.deutscher-lesepreis.de für den Deutschen Lesepreis 2014 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Juli 2014. Die Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung vergeben den mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 23.000 Euro dotierten Deutschen Lesepreis mit Unterstützung der FRÖBEL Gruppe, der PricewaterhouseCoopers Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und der Jürgen Moll Stiftung in vier verschiedenen Kategorien. Die festliche Preisverleihung findet am 9. Dezember in Anwesenheit der Schirmherrin Sylvia Löhrmann, Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Nordrhein-Westfalens Ministerin für Schule und Weiterbildung, in Berlin statt.

Mit dem Deutschen Lesepreis wollen die Stiftung Lesen und die Commerzbank-Stiftung Impulse in der Leseförderung setzen, neuen Ideen zur Verwirklichung verhelfen und bestehendes Engagement für das Lesen würdigen und fördern. Denn lesen zu können ist eine der wichtigsten Grundlagen der Gesellschaft. Und trotzdem verfügt knapp ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland über mangelhafte Lesekompetenz – Jugendliche genauso wie Erwachsene. Aktivierende, zukunftsorientierte und nachhaltig wirkende Leseförderungsmaßnahmen für alle Altersgruppen helfen dabei, dieser großen gesellschaftlichen Herausforderung zu begegnen. Im Blickpunkt des Deutschen Lesepreises stehen insbesondere die Potenziale digitaler Medien und neuer Ansätze in der Leseförderung.

Deutscher Lesepreis erstmals in Berlin vergeben:

Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung zeichnen herausragende Leseförderungsprojekte aus

Foto: Preisträger des Deutschen Lesepreises sowie die Initiatoren und Preisstifter
Preisträger des Deutschen Lesepreises sowie die Initiatoren und Preisstifter
Copyright: Stiftung Lesen / Luca Abbiento

Berlin/ Frankfurt / Mainz, 7. Oktober 2013. Am heutigen 7. Oktober wurde in Berlin zum ersten Mal der Deutsche Lesepreis verliehen. Er steht für das Engagement der beiden Initiatoren, der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung, das Thema Leseförderung stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

Acht Preisträger in drei Kategorien, die die Jury aus insgesamt 249 Bewerbungen ausgewählt hat, erhielten die Auszeichnung für ihren vorbildhaften Einsatz in der Leseförderung: Das Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund wurde in der Kategorie „Ideen für morgen“ ausgezeichnet. Heike-Anna Grunewald von der Hamburger Dr. E. A. Langner-Stiftung belegt den ersten Platz in der Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“. Gewinner in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ ist die Stadtbücherei Neuenrade. Ebenfalls im Rahmen des Deutschen Lesepreises wurde ein Wissenschaftspreis in der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ an Prof. Dr. Walter Krämer sowie in der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ an Christoph Sondag verliehen.

Der Deutsche Lesepreis ist insgesamt mit Preisgeldern in Höhe von 23.000 Euro dotiert und steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Kultusministerkonferenz Stephan Dorgerloh, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt. „Die Stärkung der Sprach- und Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen ist ein zentraler Aufgabenschwerpunkt der Kultusministerkonferenz“, erklärt Minister Dorgerloh. „Ich begrüße daher die Initiative der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung mit dem Deutschen Lesepreis neue Ideen und herausragende Initiativen nicht nur zu ehren, sondern auch zu fördern. Sie werden so befähigt, sich weiter zu entwickeln und weitere Impulse für die Leseförderung und Lesebegeisterung zu setzen.“

„Die Vielzahl an Bewerbungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zeigt, wie bunt und vielfältig Leseförderung in Deutschland ist“, betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. „Dieses Signal macht Mut für die Zukunft: Denn nur, wenn sich alle gemeinsam für das Lesen stark machen, können wir neue Zugänge für das Lesen und so eine wichtige Grundlage für Bildungsfähigkeit, Erfolg in Schule und Beruf sowie gesellschaftliche Teilhabe schaffen. Daher rufen wir alle dazu auf, sich weiterhin für die Leseförderung zu engagieren.“

Der mit 6.000 Euro dotierte Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“ geht an das Helene-Lange-Gymnasium in Dortmund. Das Projekt „Im Sog von Wort und Bild - Zum Einsatz von Graphic Novels in der Leseförderung“ knüpft in Theorie und Praxis an die Schülerinteressen an: Graphic Novels erzählen komplexe Geschichten in Comic-Form und sprechen durch die kreative Gestaltung und die Kombination von Wort und Bild auch diejenigen an, die sonst weniger gerne lesen. Mit dem Projekt sollen vor allem Schüler in der Mittelstufe (Klassenstufen 8 bis 10) zum Lesen motiviert werden. Ziel ist es, so dem pubertären Leseknick zu begegnen und für neue Formen der Literaturaneignung zu werben.

Astrid Kießling-Taşkın, Geschäftsführerin der Commerzbank-Stiftung, über das ausgezeichnete Projekt: „Mit dem Graphic-Novel-Projekt des Helene-Lange-Gymnasiums zeichnen wir eine Initiative aus, die den Schülerinnen und Schülern beispielhaft die Freude am Lesen vermittelt. Die neue Literaturform der Graphic Novels bedient sich der Sprache und Erfahrungswelt der Jugendlichen. Aus eigener Motivation heraus erschließen sie sich über ihre Lesekompetenz einen Schlüsselfaktor, der ihnen den Zugang auch zur kulturellen Bildung erleichtert. Gleichzeitig erleben sie hautnah, dass sich das literarische Erbe nicht nur aus der Vergangenheit definiert, sondern neue, in die Zukunft gerichtete Ideen integriert.“

In der Kategorie Herausragendes individuelles Engagement, gefördert von der Nele Neuhaus Stiftung und der PricewaterhouseCoopers-Stiftung, erhielt Heike-Anna Grunewald von der Dr. E. A. Langner-Stiftung den ersten Preis (dotiert mit 2.000 Euro) für ihr Engagement für die Hamburger Märchentage, eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe mit 70 bis 90 Einzel-Veranstaltungen für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren. Der zweite Preis (dotiert mit 1.500 Euro) geht an Beate Kabisreiter, Lehrerin am Max-von-Laue Gymnasium Koblenz, die an der Schule mit großem persönlichem Einsatz zahlreiche unterschiedliche Leseförderungs-Projekte umsetzt. Den dritten Preis (dotiert mit 1.000 Euro) teilt sich Dr. Rita Mielke vom Sommer-Lese-Festival „Korschenbroich liest“ mit Sabine Thomas und Andreas Hoh vom Krimifestival München. Beide etablierten Veranstaltungsreihen machen auf unterschiedliche Art und Weise Lesen lebendig und sprechen so ein breites Publikum an.

Sieger in der Kategorie Herausragendes kommunales Engagement, gefördert von FRÖBEL e.V, ist die Stadtbücherei Neuenrade. Für die Gründung eines „Zelius“ (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache) für ganzheitliche Leseförderung, das sich besonders an Menschen mit Migrationshintergrund wendet, wird sie mit dem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro ausgezeichnet. Den zweiten Preis (dotiert mit 1.500 Euro) in dieser Kategorie erhalten die Stadtbücherei Lampertheim, die Gemeindebücherei Bobenheim-Roxheim, die Stadtbibliothek Mannheim / Zweigstelle Sandhofen und die Stadtjugendpflege Lampertheim für ihr Bundesländerübergreifendes Bibliotheksangebot „Lesen im kleinen Dreieck“. Der dritte Preis (dotiert mit 1.000 Euro) geht an die Buxtehuder Stadtbibliothek, die bei ihren Projekten „Rucksackbibliothek“ und „Buxtehuder Kälbchen" die Zielgruppe Kindergartenkinder auf vorbildliche Art und Weise aktiv einbindet.

Unter dem Dach des Deutschen Lesepreis wurde außerdem der von der Jürgen Moll Stiftung geförderte Wissenschaftspreis vergeben. In der Kategorie „Lesbare Wissenschaft“ (dotiert mit 5.000 Euro) wurde Prof. Dr. Walter Krämer ausgezeichnet, der durch Werke wie „So lügt man mit Statistik“ wesentlich zur „Lesbarkeit“ vor allem von Statistik beigetragen hat. In der Kategorie „Wissenschaft des Lesens“ (dotiert mit 3.000 Euro) geht der Preis an Christoph Sondag für seine Diplomarbeit am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Hamburg mit dem Titel „Analphabet trotz Schule. Quantitative und qualitative Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Literalitätsgrad Erwachsener und ihren Erfahrungen während der Schulzeit. Ergebnisse aus der leo. – Level-One-Studie.“

Foto: ZDF Moderatorin Katty Salié
ZDF Moderatorin Katty Salié

Deutscher Lesepreis 2013:

Preisträger stehen fest

Frankfurt / Mainz, 10. September 2013. Die Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung gratulieren!

Die Jury hat Anfang September die diesjährigen Preisträger des Deutschen Lesepreises ermittelt. Die Auszeichnung der Preisträger findet im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung am 7. Oktober im Humboldt Carré in Berlin statt.
Im Rahmen der feierlichen Preis­ver­leihung erhalten die Aus­ge­zeich­neten ihren Preis in der jeweiligen Kategorie, überreicht durch die jeweiligen Preisstifter.

Durch die Veranstaltung führt die ZDF-Moderatorin Katty Salié.

Shortlist für den Deutschen Lesepreis:

34 herausragende Leseförderungsprojekte nominiert

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Deutschen Lesepreises 2013 hat die Erwartungen der beiden Initiatoren Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung weit übertroffen. Insgesamt 249 Bewerbungen wurden eingereicht, aus denen die Jury jetzt eine Shortlist mit 34 besonders herausragenden Projekten erstellt hat.

Nominierte für den Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung „Ideen für morgen“
(10 Nominierungen)

  • Diakonieverein Wermberg-Köblitz: Vorlesestunden für Kinder durch Menschen mit Behinderung
  • Fahrbücherei Esslingen: Einrichtung eines Bücherbusses, der Leseförderung mit Berufsorientierung verbindet
  • Gemeindebücherei Kirchardt: Gründung einer Schülerbücherei unter Einbindung der Schülerinnen und Schüler
  • Helene-Lange-Gymnasium, Dortmund: „Im Sog von Wort und Bild“? Zum Einsatz von Graphic Novels in der Leseförderung
  • Katholische Jugendagentur Düsseldorf gGmbH: Forschungsprojekt „Lesekultur“, das Schülerinnen und Schüler selbst durchführen
  • Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Bildung und Qualifizierung: Projekt Lesementoring mit Jugendlichen (als Lesementoren) und Grundschulkindern (als Lesementees)
  • Landesschulamt und Lehrkräfteakademie Hessen: Verstärkte Leseförderung an hessischen Schulen
  • Lese- und Schreibwerkstatt SCRIPTORIUM, Schwäbisch-Gmünd: Die „Rollende Lesekiste“ – ein Bauwagen mit Lesemedien zur Landesgartenschau 2014
  • Stadtbibliothek Mannheim: „Buntstift“ – Literaturprojekt für Vorschulkinder
  • Stadtbibliothek Minden: betreute außerschulische Sprach- und Leseförderung durch Kooperation der kirchlichen Bücherei und der Stadtbibliothek

Nominierte für die Kategorie „Herausragendes individuelles Engagement“ – gefördert von der Nele Neuhaus Stiftung und der
PricewaterhouseCoopers-Stiftung
(12 Nominierungen)

  • Ingeborg Anderson, Dr. Irmgard Heidler, Rainer Braune: Mobiles Literatursofa Bobingen – Vorlesestunden und unterhaltsame Informationsvermittlung über Bücher und Lesen an verschiedenen Standorten
  • Bücherei Weibelfeldschule Dreieich (Linda Hein): Jugend-Literatur Dreieich – ein Leseclub für Jugendliche ab 14 Jahren, in denen aktuelle Jugendliteratur gesichtet und bewertet wird
  • BürgerStiftung Hamburg (Henny Meding-Knetter, Ellen von Spanyi, Renate Sienknecht, Inge Petersen): Projekt „LeseZeit“ – ehrenamtliches Vorlese-Netzwerk in verschiedenen Hamburger Stadtteilen
  • Dr. E. A. Langner-Stiftung (Heike-Anna Grunewald): Hamburger Märchentage – jährlich stattfindende Reihe mit 70-90 Einzel-Veranstaltungen für Kinder zwischen 3 und 14 Jahren
  • Gemeinde- und Schulbücherei Sprendlingen (Heike Walther): Literarische Wanderung für Kinder
  • Realschule Puchheim (Ida Golz): Freizeitprojekt „Lesedetektive“ – Schülerinnen und Schüler gehen der Frage auf den Grund, ob das Lesen verschwunden ist und warum
  • Krimifestival München (Sabine Thomas, Andreas Hoh): eines der größten internationalen Festivals für Kriminalliteratur
  • Max-von-Laue-Gymnasium Koblenz (Beate Kabisreiter): Umsetzung verschiedener schulischer Leseförderungs-Projekte
  • Dr. Rita Mielke: Sommer-Lese-Festival „Korschenbroich liest“ mit 16 bis 18 einzelnen Veranstaltungen rund ums Lesen
  • Pestalozzi-Schule Baiertal (Torsten Hirschberger): Baiertaler Cooltour – eine Schülertext-Anthologie macht aus Schreibern (Vor)-Leser
  • Stadtbücherei Hilchenbach (Doris Bahr, Edith Schmitt): Kreative Vorlesestunden für Kinder ab vier Jahren
  • Stadtmission Nürnberg-Jugendmigrationsdienst (Jürgen Lange): Projekt Lesewerkstatt – „Junge Migranten werden zu ehrenamtlichen Vorlesern“

Nominierte für die Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ – gefördert von FRÖBEL e.V.
(12 Nominierungen)

  • Bücherei Husby e. V.: Einrichtung einer Bücherei durch ehrenamtlich Engagierte
  • Buxtehuder Stadtbibliothek: „Rucksackbibliothek und „Buxtehuder Kälbchen" mit aktiver Einbindung der Zielgruppe( Kindergartenkinder)
  • Ernst-Abbe-Bücherei Jena: Veranstaltungsreihen „Vorhang Zu“ und „Biboknirpse“ - Lesefrühförderung und Weiterbildung der Vorleser
  • Förderverein der Stadtbücherei Coesfeld e.V.: Verschiedene aufeinander aufbauende Leseförderungsprojekte für Kinder und Jugendliche
  • Kommunales Integrationszentrum Solingen: „Besuch für Dich!“ – Kinder und Jugendliche als Vorleser im Seniorenheim
  • Museen der Stadt Dresden: Projekt „Lesestark!“ – Verbindung von Museumsbesuch und Leseförderung
  • Öffentliche Bücherei Münster: Lesepatenprojekt „Lies dich fit – wir machen mit“ für Kinder mit besonderen Leseschwierigkeiten (z.B. Legasthenie oder Migrationshintergrund)
  • Stadtbücherei Lampertheim: Bundesländerübergreifendes Bibliotheksangebot „Lesen im kleinen Dreieck“
  • Stadtbücherei Neuenrade: Gründung eines „Zelius“ (Zentrum für Lesen, Integration und Sprache) für ganzheitliche Leseförderung, auch besonders für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Stadtbücherei Wertheim: „Doppelter Lesespaß - Zweisprachige Vorlesestunden in Kindertageseinrichtungen“
  • Stiftung Jugendfußball: Kids Corner in der Stadionzeitung des SC Paderborn 07
  • Unternehmer/innen für die Nordstadt e.V., Wuppertal: Vorlesetag mit zahlreichen ungewöhnlichen und mehrsprachigen Vorleseaktionen im Stadtteil

Aus diesen 34 Nominierten wählt die Jury Ende August die jeweiligen Preisträger der einzelnen Kategorien. Alle Nominierten werden über die Entscheidung der Jury schriftlich benachrichtigt. Die Bewertung und Auswahl der Gewinner des Wissenschaftspreises erfolgt unabhängig von den drei Kategorien des Deutschen Lesepreises durch das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen.